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Haus 2050: Angemessenheit gehört zur Nachhaltigkeit

Posted on März 9, 2016 by rbendit in Allgemein

Zusammen mit den führenden Experten des deutschen Bauingenieurs- und Architekturwesens hat die DFH Deutsche Fertighaus Holding AG das Netzwerk „Masterplan Haus 2050“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft beim nachhaltigen Bauen voranzutreiben. In der heutigen Pressemitteilung lesen Sie, warum nachhaltiges Bauen aus Sicht von Professor Manfred Hegger ohne Angemessenheit nicht denkbar ist. Bereits 2014 hat die DFH in Kooperation mit der TU Darmstadt als Projekt mit Studierenden das vielbeachtete Wohnkonzept „CUBITY“ entwickelt.

„Angemessenheit ist die oberste Tugend der neuen Architektur“

„Masterplan Haus 2050“: Prof. Manfred Hegger plädiert für suffizientes Bauen

Simmern, 22. Februar 2016 – Ein möglichst effizienter Materialeinsatz, die Verwendung nachwachsender Rohstoffe und der Blick auf eine spätere Umnutzung sowie Wiederverwertbarkeit – diese Maßnahmen sind weitgehend gebräuchlich beim nachhaltigen Bauen. Die Beantwortung der Frage nach dem richtigen Maß, der Suffizienz, ist jedoch weniger bekannt. Das muss sich ändern, findet Manfred Hegger, emerierter Professor für Entwerfen und energieeffizientes Bauen am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Darmstadt. „Wenn wir verantwortungsbewusster mit bereits vorhandenen und erst recht mit neu zu schaffenden Flächen umgehen, sparen wir Ressourcen und gewinnen neue Freiheiten.“

Mehr Nachhaltigkeit sei im Bausektor der einzige realistische Ausweg aus der Konfliktlage zwischen weiterem Wachstum und begrenzten Umweltressourcen, betont Prof. Hegger. „Nachhaltiges Bauen meint eigentlich nichts anderes als umfassend gedachte Bauqualität. Und die ist ohne Effizienz, Konsistenz und Suffizienz, also Angemessenheit, nicht zu haben“, so Hegger.

„Die Aufgabe eines Architekten ist es, schöne, angenehme, wertige Räume zu schaffen, die großzügig wirken, auch wenn sie objektiv vielleicht gar nicht so groß sind. Angemessenheit ist die oberste Tugend der neuen Architektur“, erklärt der Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB).

„CUBITY“: Kleine Privaträume, große Gemeinschaftsflächen

Als Beispiel für baulich umgesetzte Angemessenheit nennt Hegger das gemeinsam von TU Darmstadt und DFH Deutsche Fertighaus Holding AG als Projekt mit Studierenden konzipierte Studentenwohnhaus „CUBITY“: Überschaubare 7,5 Quadratmeter private Wohnfläche sind hier für jeden Bewohner eingeplant – auf den ersten Blick sehr wenig.

„Das Gefühl von Enge kommt aber nicht auf, denn die Fläche ist gut geschnitten. Zudem gibt es in dem Wohnpavillon einen großen, zentralen Gemeinschaftsraum“, erklärt Projektpartner Thomas Sapper, Vorstandsvorsitzender der DFH. „Die Studierenden haben uns in dem Projekt gezeigt, dass sie 20 oder 25 Quadratmeter für jeden, klassisch abgeschottet entlang eines Flurs, weniger behaglich empfinden als das räumliche Wechselspiel von Kommunikationsbereich und Privatsphäre.“

Nachverdichtung im städtischen Hausbau

Ein großes Thema des nachhaltigen, am Leitbild der Suffizienz ausgerichteten Bauens ist die Nachverdichtung in den Städten. „In einer Stadt hierzulande wohnte vor 50 Jahren eine Person auf 18 Quadratmetern, heute auf 45 Quadratmetern. Das heißt: Allein durch die Tendenz zu immer kleineren Haushalten mit weniger Personen auf immer mehr Fläche hat sich die Dichte in der Stadt mehr als halbiert“, so Hegger. Die Infrastruktur derselben Stadt sei jedoch auf mehr als doppelt so viele Einwohner ausgelegt. Städtische Strukturen liefen – von Ausnahmen abgesehen – zur Hälfte leer. „Nachverdichtung ist schon deshalb ein Gebot sinnvoller Stadtplanung, um mit den Ressourcen, über die eine Kommune verfügt, einigermaßen wirtschaftlich umzugehen“, meint Hegger.

Der langfristige Trend der „Landflucht“ mache die Nutzung von freien Flächen innerhalb einer bestehenden Bebauung ohnehin notwendig: Das flache Land entvölkere sich, das Wohnen in der Stadt werde dagegen für viele Bauherren attraktiver. „Die Stadt bietet noch viel unerschlossenes Potenzial. Für Nachverdichtungen in 50er-Jahre-Wohngebieten, für Umnutzungen, für Aufstockungen“, erklärt Hegger. „Versteckte Potenziale, die sich erst bei genauerem Hinschauen erschließen, liegen auch in kleinen Grundstücken. Dazu kommen noch leer stehende innerstädtische Gebäude, Bunker, Industrie- und Lagergebäude zum Beispiel, die verstärkt für moderne Wohnnutzungen entdeckt werden.“

Realistisches Optimum anstreben

Auf der von Prof. Hegger entwickelten und vielbeachteten „Landkarte der Nachhaltigkeit“ bildet das optimale Zusammenspiel von Effizienz, Konsistenz und Suffizienz die Grundlage für modernes, ressourcenschonendes Bauen. Eine Erfüllung der verschiedenen Kriterien zu 100 Prozent sei jedoch kaum realistisch. „Der unvermeidbare Kompromiss ist in der widersprüchlichen Natur der Bauaufgabe begründet“, so Hegger. „Was für den Nutzer gut ist, kann für die Ökonomie schlecht sein. Was die Energiebilanz verbessert, kann für die Gestaltung problematisch sein. Wir können niemals das Maximum erreichen. Aber ein Optimum.“

Plattform für innovatives und nachhaltiges Bauen

Prof. Manfred Hegger gehört neben weiteren führenden Experten des deutschen Bauingenieurs- und Architekturwesens zum Netzwerk „Masterplan Haus 2050“. Die von der DFH ins Leben gerufene Plattform fördert den offenen Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, um das innovative und nachhaltige Bauen in Deutschland voranzutreiben. Ergänzend zu der Buchveröffentlichung „Masterplan Haus 2050“ stellt die Plattform im Internet unter www.haus-2050.de bereits umgesetzte Projekte, neue Lösungsansätze sowie laufende Forschungskooperationen vor.

Prof. Manfred Hegger

Prof. Manfred Hegger gehört neben weiteren führenden Experten des deutschen Bauingenieurs- und Architekturwesens zum Netzwerk „Masterplan Haus 2050“. Foto: privat

(alle anderen Fotos: DFH)

DFH Deutsche Fertighaus Holding AG, Telefon: 06761/90 300-610

THOBO & Friends – Agentur für Kommunikation, Freecall: 0800/20 06 1975, E-Mail: presse@dfhag.de

Über die DFH

Die DFH Deutsche Fertighaus Holding AG besteht in ihrer Holdingstruktur seit 2001. Mit ihren Vertriebslinien massa haus, allkauf, OKAL und Ein SteinHaus ist sie das größte Fertighausunternehmen Deutschlands. Während die Marken für die Kunden in den Bereichen Vertrieb und Kommunikation das Gesicht der Unternehmensgruppe sind, steuert die DFH die Produktion der Fertigbaumodule, die Auftragsabwicklung und die sonstigen administrativen Dienstleistungen. Als Dachgesellschaft bündelt die Holding übergeordnete Prozesse, schafft Synergievorteile und bietet sowohl Vertriebslinien als auch Bauherren Planungssicherheit. Die Unternehmensgruppe realisierte 2015 in Deutschland mit den vier Vertriebslinien massa haus, allkauf, OKAL und Ein SteinHaus mehr als 2.100 Bauprojekte und erwirtschaftete einen Umsatz von voraussichtlich annähernd 340 Millionen Euro. Als erstes Fertighausunternehmen überhaupt erhielt die DFH-Vertriebslinie OKAL im Juni 2013 von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) ein Zertifikat für nachhaltiges Bauen im Ein- und Mehrfamilienhaussektor. Seit Mai 2015 werden alle schlüsselfertigen und malervorbereiteten Häuser der DFH-Gruppe nach dem System der DGNB zertifiziert.

Mehr Informationen unter www.dfhag.de und www.zukunft-fertighaus.de

Über Prof. Manfred Hegger

Dipl.-Ing. Manfred Hegger, Jahrgang 1946, Professor em. für Entwerfen und energieeffizientes Bauen am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Darmstadt, ist Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) sowie des AktivPlus e.V. Gemeinsam mit seiner Frau Doris und weiteren Partnern betreibt Hegger seit 1980 mit innovativen Projekten erfolgreich die HHS Planer + Architekten AG. Aus den vielen Auszeichnungen ragen die gemeinsam mit seinen Studenten entwickelten Siegerhäuser bei den Solar-Decathlon-Wettbewerben 2007 und 2009 in Washington D.C. heraus. 2015 wurde das gemeinsam von TU Darmstadt und DFH Deutsche Fertighaus Holding AG konzipierte Studentenwohnheim „CUBITY“ mit dem Iconic Award des Rats für Formgebung ausgezeichnet. Initiatoren des Projekts waren Prof. Manfred Hegger sowie Prof. Anett-Maud Joppien. In Frankfurt am Main wurde im Sommer 2015 das von Prof. Hegger entworfene weltweit erste Aktiv-Stadthaus fertiggestellt.

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